CARLO BATTISTI [IT] + RAY MALONE [IE]
testura – texture

_ 25. Oktober bis 25. November 2017



Die Ausstellung testura—texture stellt durch Arbeiten des italienischen Künstlers Carlo Battisti und des auf Malta geborenen Iren Ray Malone einen gemeinsamen inhaltlichen Zusammenhang in den Mittelpunkt: den Umgang und die Arbeit an, mit und durch Sprache. Das Werk beider ist geprägt von der Verdichtung und Transformation des geschriebenen, gesprochenenen oder auch des gedachten Worts sowie von der Übertragung daraus entstehender eigener innerer Zusammenhänge in sichtbare Kunstwerke.

Ausgangs- und Verbindungspunkt sind dabei einerseits das jeweils seit langem gelebte Interesse an Literatur-, Musik- und Kunstgeschichte und dementsprechende intensive persönliche Kentnisse, wie andererseits in vielen Formen, Techniken und Medien erarbeitete, stets feinsinnige Werke der eigenen künstlerischen Produktion. Dass diese zu starker inhaltlicher und formal scharfer Verdichtung führen, ist ein Hauptaspekt der Ausstellung.

So werden darin neben bereits im Programm von dr. julius | ap eingeführten und bekannten Werkgruppen neue und sicher überraschende Aspekte der beiden Künstler zu sehen sein.

CARLO BATTISTI [IT] + RAY MALONE [IE]
testura – texture

Zu den Künstlern

Carlo Battisti [*1945 in Viareggio, Toscana, Italien] ist Autodidakt aus Überzeugung. Seit den 1970er Jahren hat er Arbeiten im Bereich Minimalismus und Konzeptkunst in großer persönlicher und inhaltlicher Nähe zu den jeweils aktuellen Strömungen und Akteuren der Kunstwelt Italiens erschaffen, ohne sich jedoch eindeutig zuordnen oder vereinnahmen zu lassen. So hat er seine breite Ausrichtung von Skulptur und Malerei über Objekt-und Videokunst, Grafik, Performances bis hin zu Installationen sehr individuell entwickelt und konsequent bis heute verfolgt.

Aus seinem starken literarischen Interesse schuf er 2007-08 den Werkzyklus La Biblioteca di Babele auf Basis eines Essays von Jorge Luis Borges, in dem er zu jedem Buchstaben des Alphabets eine Papierarbeit aus dem gesamten, zumeist in 4 Punkt Größe in Bleisatz gesetzten und handgedrucktem Textkörper anfertigte. Nachdem er bei dr. julius | ap Arbeiten aus diesem Zyklus 2015 zum ersten Mal außerhalb Italiens ausgestellt hat, fügt Battisti seither diesem Opus magnum seither gezielt einzelne Neuinterpretationen hinzu.
Sein Werk umfasst jedoch viele weitere Aspekte, von denen ausgewählte Beispiel die Sicht auf Battisti zu erweitern werden.

Ray Malone [*1939 in Mtarfa, Malta] bezieht sich in seinen zeichnerischen Arbeiten direkt auf Begriffe und Kategorien des Musikalischen, wie etwa den Rhythmus, die Komposition oder das Choreografische. In der Synthese mit für ihn grundlegenden künstlerischen Fragen, etwa nach den Regeln der Proportion oder der Definition von Raum im Zweidimensionalen, zeigen die Arbeiten seine persönliche Auseinandersetzung und Annäherung an diese Themen. Ray Malone setzt sich dabei stets sowohl künstlerisch als auch gedanklich und verbal mit den Eigenarten der Linie an sich auseinander. Er schreibt beispielsweise „dass eine Linie etwa den Charakter einer Note hat“ die der Künstler in ihrer Einzigartigkeit sichtbar zu machen als Aufgabe hat.

Die zeichnerische Arbeit als solche wird so zum Ausgangspunkt einer ernsthaften und konzentrierten Auseinandersetzung mit dem Zeichnen, seinem Rhythmus, den Setzungen und abgeleiteten Raumbildungen auf dem Papier. In seinen jüngsten Arbeiten erweitert Malone das Erforschen dieser grundsätzlichen Fragen auf geschriebene Texte, darunter eigene Poesie sowie Werke von Samuel Beckett und Paul Celan.

— [EN] —

_ opening on Wednesday, October 25, 2017, 7 – 9 pm

testura – texture

The exhibition testura—texture highlights a common interest in the work of the Italian artist Carlo Battisti and that of the Malta-born Irishman Ray Malone: an engagement with, and work on and through language.

The work of both artists is characterized by a concentration and transformation of the written, spoken, or even thought word, and by the rendering of the resulting internal connections and relationships into visual artworks. The point of departure and connection is, on the one hand, the artists’ enduring interest in and extensive knowledge of literature, music, and art history, and on the other, the work produced in their individual artistic practices, which develops across various forms, techniques, and media while always retaining a certain subtlety and sensitivity.

The work that emerges is dense in its content and formally concrete—an aspect this exhibition seeks to foreground. Along with familiar pieces and groups of work that are already established as part of dr. julius | ap’s programme, the exhibition reveals new and surprising aspects of both artists.

About the artists:

Carlo Battisti [b. 1945 in Viareggio, Tuscany, Italy] is a committed autodidact. Since the 1970’s he has been creating works in the field of minimalism and concrete art in close personal and aesthetic proximity to the current players and trends of the Italian art world, yet without definitely committing to or being co-opted by any particular school. Rather, he has consistently developed his broad interests, which range from sculpture and painting to object- and video art, printmaking, performances, and even installations, in an individualistic manner.
Battisti’s strong interest in literature inspired him to create the cycle La Biblioteca di Babele in 2007-8, which is based on an essay by Jorge Luis Borges. For this piece Battisti created a work on paper for each letter of the alphabet from the text of the essay, in most cases hand printed in 4-point font with metal type. After showing this work for the first time outside Italy with dr. julius | ap in 2015, Battisti has added reinterpretations to this magnum opus,.

Ray Malone [b. 1939 in Mtarfa, Malta] refers directly in his graphic works to concepts and categories from the realm of music, such as rhythm, composition, and choreography. In synthesis with his fundamental artistic questions—for example into rules of proportion or space in two-dimensions—his works display his personal approach to and engagement with these musical themes. In the process, Malone continually engages artistically, theoretically, and verbally with the peculiarities of the line. He writes, for example, “that a line has characteristics similar to a note,” which it is the artist’s task to make visible in all their singularity.
Malone’s graphic works thereby becomes a point of departure for a serious, concentrated engagement with drawing: with its rhythm and positioning, and the ways these create space on paper.

CARLO BATTISTI [IT] + RAY MALONE [IE]
testura – texture