fragiler Augenstand
DENISE WINTER · DAVID SEMPER

Eröffnung am Donnerstag, 12. September 2024, 17 bis 21 Uhr
Einführung um 19 Uhr
Ausstellung bis 26. Oktober 2024


***DE***

fragiler Augenstand
Der Augenstand ist jedes Mal anders: die Höhe, die Weite, das Schweifen, das Ertasten des Raumes mit den Augen. Alles an der Berührung scheint fragil, temporär sowieso. Im Zerbrechen des Moments eine kurze (poetische) Bestandsaufnahme. Stille.  

Über den Knick, den Schnitt in der Wand, der fast unsichtbaren Verschiebung im Spalt des Materials entsteht ein faszinierender, zugleich fragiler Zustand. Der berührt, aufrührt und zurückwirft auf die Fragen: Was ist Raum? Was Architektur? Was ist unter der Haut, die sich über den Stein oder das Papier zu legen scheint? In ein paar Tagen wird das verwendete Material den Ausgangszustand leugnen. Das Grün des Chlorophylls ist dem Braun gewichen. Der lasergeschnittene Steg im stehenden Papier biegt sich dem sehenden Auge entgegen. Nichts scheint von Bestand zu sein.

Denise Winter David Semper

***EN***
fragiler Augenstand [fragile Eye Position]
The eye position is always different: the height, the width, the hovering, the sensing of space through the eyes. Everything about this touch seems fragile, temporary anyway. As the moment breaks, a brief (poetic) evaluation. Silence.

The kink, the cut in the wall, the almost invisible shift within the gap of the material creates a fascinating, yet fragile state. That touches, stirs and sets back to the questions: What is space? What is architecture? What is underneath the skin that seems to overlay the stone or the paper? Only a few days later, the material used will deny its original state. The green of the chlorophyll has given way the brown. The laser-cut bar in the upright paper bends towards the seeing eye. Nothing seems to be permanent.


fragiler Augenstand
DENISE WINTER · DAVID SEMPER

Opening Thursday, September 12, 2024, 5 to 9 pm
Introduction at 7 pm
Exhibition through October 26, 2024



Oliver Siebeck – Flusserbiografie

Ausstellung im Vilém Flusser Archiv, Berlin
Eröffnung Freitag, 24. Mai 2024 von 17 bis 20 Uhr
Einführung von Dr. Anita Jóri um 18:30 Uhr

Vilém Flusser Archiv
c/o Universität der Künste Berlin
Medienhaus, Raum 208
Grunewaldstraße 2–5
10823 Berlin


Zu sehen bis 21. Juli 2024 auf Verabredung per e-Mail an info@flusser-archive.org


……DE……


Anita Jóri – Die widerständige Maschine

Die Schreibmaschine ist ein Apparat, der unsere Gedanken vermittelt. Doch sie verändert auch die Art und Weise, wie wir denken. Vilém Flusser, der Prager Medien- und Kulturphilosoph, hat dieses Gerät sein ganzes Leben lang verwendet, um seine Thesen und Techno-Spekulationen auszuformulieren. Flusser betrachtete die Schreibmaschine nicht einfach als ein Werkzeug für die mechanische Herstellung von Texten, sondern als ein Medium, das die Beziehung zwischen Autor*in und Schrift verändert. Er beschrieb diese Maschine als einen technischen Apparat, der den/die Autor*in von der unmittelbaren physischen Erfahrung des Schreibens entfremde: Während das handschriftliche Schreiben eine direkte Verbindung zwischen dem Schreibenden und der Schrift herstelle, schaffe die Schreibmaschine eine neue Form von Distanz. Diese Distanz sah Flusser als eine analytisch-phänomenologische Übung an, um komplexe, mitunter widerständige Gedanken durch den widerständigen Tastendruck in das Papier zu imprägnieren (er verwendete bis zuletzt klassische mechanische Schreibmaschinen und sah bewusst von Computer-Textprozessoren oder elektronisch unterstützten Schreibmaschinen ab, die den tippenden Fluss der Hände unterstützen).
Mithilfe dieses Geräts konnte Flusser zudem auch einen mehrsprachigen Nachlass hinterlassen: Essays, Buchmanuskripte und Korrespondenzen auf vier Sprachen, alle mit den Buchstaben der Maschine auf Papier getippt – und eben durch durchdrückendes Kohlepapier kopiert und somit, auch wenn er Manuskripte versendete, gleich für sein eigenes Archiv (und somit für das spätere Vilém Flusser Archiv) aufbewahrt. Er korrigierte seine Worte nur selten, wodurch sein Schreibstil oft näher an der gesprochenen Sprache als an klassischen geschriebenen Texten liegt.
Das monotone Geräusch, das durch diesen Apparat entsteht, wirkt sich auch stark auf unseren Schreibrhythmus und unsere Denkprozesse aus. “Tak, Tak, Tak, Tak…” – dieses Geräusch und sein Stakkato vergisst man nicht, wenn man ständig damit arbeitet.
Oliver Siebeck hat viel mit Vilém Flusser gemeinsam: Als Schauspieler spielt gesprochene Sprache eine große Rolle in seinem Leben und auch die Schreibmaschine fördert und fordert seine bildende künstlerische Praxis heraus: Sie limitiert und zugleich strukturiert das Denken und seine Manifestation auf Papier. Er arbeitet mit Biografien und Listen von Lebensdaten ihm wichtiger Menschen, die sich in repetitiver Tastenarbeit überlagern, mitunter unleserlich werden und dabei reliefartige Strukturen herstellen. All diese Listen sind laut ihm “lesbar oder unlesbar, endlich oder unendlich, betonen ein Nacheinander oder sind zufällig auf Blätter verteilt”. Flussers „Biografie“ – im reduktionistischsten Sinne denkbar, durch die Auflistung der Jahreszahlen seiner Lebensspanne – wurde in dieser Reihe verarbeitet und man könnte spekulieren, dass die beiden Herren einander durch den erwähnten Apparat und seine Geräusche gefunden haben. Das Papier wurde von beiden Autoren maximal ausgenutzt – womit auch Walter Benjamin einverstanden gewesen wäre, der seine Notizbücher maximal ökonomisch in kleiner Schrift und ohne Rand ausnutzte. Auch Flusser nutzte fast jeden Millimeter der Seiten für seine Texte aus, während Siebeck eine andere Technik entwickelt hat: Er tippt den Text mehrmals auf das Papier, um mehrere Schichten der Story, die er erzählen möchte, zu überlagern und zu betonen.
Laut Flusser stellen die Tasten auf der Tastatur einen Code dar, der in Buchstaben umgewandelt wird. Der/Die Autor*in muss nicht mehr jeden Buchstaben einzeln formen, sondern kann ihn einfach eingeben. Dadurch hat das Schreiben an Geschwindigkeit und Effizienz gewonnen, aber es geht auch ein Stück persönlicher Individualität verloren. Siebecks Werke setzen sich genau dagegen ein: Mit seiner Technik drückt er seine künstlerische Identität auf individueller Ebene aus.
Letztlich ist die Schreibmaschine auch eine wichtige Instanz für den Übergang von einer handschriftlichen Kultur zu einer Kultur maschinell hergestellter Texte. Flusser sah in der Schreibmaschine eine Vorahnung des Computerzeitalters, in dem das Verhältnis zwischen Menschen und Schrift endgültig von Maschinen – immer stärker zur Opazität neigender Apparate – vermittelt würde. Heute, im Umbruch vom Informationszeitalter zu einem noch zu definierenden Zeitalter KI-generierter Textmassen wirkt die Schreibmaschine fast schon nostalgisch. Dennoch bleibt sie ein wichtiger Meilenstein in der Geschichte der Schriftkultur – und Oliver Siebecks Werke erinnern uns daran.

……EN……

Anita Jóri – The resistant machine

The typewriter is an apparatus that communicates our thoughts. But it also changes the way we think. Vilém Flusser, media and cultural philosopher originally from Prague, used this device throughout his life to formulate his theses and techno-speculations. Flusser regarded the typewriter not simply as a tool for the mechanical production of texts, but as a medium that changes the relationship between author and writing. He described this machine as a technical apparatus that alienated the author from the immediate physical experience of writing: while handwritten writing created a direct connection between the writer and the writing, the typewriter created a new form of distance. Flusser saw this distance as an analytical-phenomenological exercise in order to impregnate complex, sometimes resistant thoughts into the paper through the resistant keystroke (he used classic mechanical typewriters until the end and deliberately refrained from using computer text processors or electronically supported typewriters, which support the typing flow of the hands).

With the help of this device, Flusser was also able to leave behind a multilingual legacy: Essays, book manuscripts and correspondence in four languages, all typed on paper with the letters of the machine – and copied straight through carbon paper and thus, even when he sent manuscripts, preserved immediately for his own archive (and thus for the later Vilém Flusser Archive). He rarely corrected his words, which means that his writing style is often closer to spoken language than to classical written texts.

The monotonous noise produced by this apparatus also has a strong effect on our writing rhythm and thought processes. “Tak, Tak, Tak, Tak…” – You don’t forget this sound and its staccato when you are constantly working with it.

Oliver Siebeck has a lot in common with Vilém Flusser: as an actor, spoken language plays a major role in his life and the typewriter also encourages and challenges his visual artistic practice: it limits and at the same time structures thought and its manifestation on paper. He works with biographies and lists of the lives of people who are important to him, which are superimposed in repetitive keyboard work, sometimes becoming illegible and creating relief-like structures. According to him, all these lists are “legible or illegible, finite or infinite, emphasize a succession or are randomly distributed on sheets of paper”. Flusser’s “biography” – conceivable in the most reductionist sense, by listing the years of his life span – was processed in this series and one could speculate that the two men found each other through the aforementioned apparatus and its sounds. Both authors made maximum use of the paper – which Walter Benjamin would have agreed with, as he used his notebooks as economically as possible in small type and without margins. Flusser also used almost every millimeter of the pages for his texts, while Siebeck developed a different technique: He typed the text several times on the paper to overlay and emphasize several layers of the story he wanted to tell.

According to Flusser, the keys on the keyboard represent a code that is converted into letters. The author no longer has to form each letter individually, but can simply type it in. As a result, writing has become faster and more efficient, but a certain amount of personal individuality has also been lost. Siebeck’s works do precisely that: He uses his technique to express his artistic identity on an individual level.

Ultimately, the typewriter is also an important instance of the transition from a handwritten culture to a culture of machine-produced texts. Flusser saw the typewriter as a premonition of the computer age, in which the relationship between people and writing would finally be mediated by machines – increasingly opaque apparatuses. Today, in the transition from the information age to a yet-to-be-defined age of AI-generated text masses, the typewriter seems almost nostalgic. Nevertheless, it remains an important milestone in the history of writing culture – and Oliver Siebeck’s works remind us of this.

2 + x_ Videos


Bastian Hoffmann [DE] — how to turn your work place into a sheet of paper, 2018
Video, Farbe, Ton, 05:52 min


Maik Schierloh [DE] — Babette wall work, 2018
Video by Birgit Höllmer, 02:11 min

2 + x_

karin sander _ imi knoebel   

_ + _

_  ignasi aballí _  carl andre _ alain biltereyst _ franziska degendorfer _ edith dekyndt _ tom früchtl  _  joachim grommek _  margareta hesse _ bastian hoffmann _  david ireland  _  via lewandowsky _  sylvan lionni _ robert ryman  _ maik schierloh _ richard stipl _  sabine straub _  günther uecker _  veronika veit _  beat zoderer _  et al.

Werke aus der Sammlung Frank F. Drewes

Eröffnung am Donnerstag, 25. April 2024, 17 bis 21 Uhr, mit einer Einführung um 19 Uhr

Am Gallery Weekend, Freitag, 26. April bis Sonntag 28. April, göffnet von 12 bis 18 Uhr

Anschließend bis 25. Mai 2024 täglich auf Verabredung, sowie samstags von 14 bis 19 Uhr zu sehen
+
Kuratorisches Sammler-Gespräch am 16. Mai 2024, 18:30 Uhr

___DE___

drj art projects zeigt zum Gallery Weekend 2024 die Ausstellung 2 + x_ als zweite Ausgabe des vor einem Jahr begonnenen Formats der kuratierten Sammlungspräsentation. Die diesjährige Schau zeigt eine Auswahl von Werken der Kunstsammlung des Architekten und Autors Frank F. Drewes. Ausgehend von einem Schwerpunkt auf Arbeiten von Karin Sander und Imi Knoebel [die » 2 « im Titel] werden über deren Verbindung mit ausgesuchten Werken weiterer Künstler:innen der Sammlung [» + x_ « ] inhaltliche Kreise gezogen, die, miteinander und räumlich gefügt, in der Programmgalerie gezeigt werden.

Frank F. Drewes sammelt seit seinem Studium leidenschaftlich Kunst. Ein besonderer Schwerpunkt hat sich dabei auf minimalen und im weitesten Sinne konzeptuellen Arbeiten gebildet; seine Interessen umfassen zudem aber auch Fotografie, Objektkunst und Design. Als Architekt und Professor im Fachgebiet Innenarchitektur hat er von Berufs wegen einen besonders geschulten Blick für Materialien und ihre Verwendung, sowie für Proportionen und Bezüge räumlicher Elemente zueinander. Insofern interessiert ihn bei einer Komposition von Kunstwerken immer auch ihre Position in und zu den Räumen, in denen sie platziert werden.

»Innenarchitektur ist per Definition der Kern der Architektur« lautet in diesem Zusammenhang sein Credo. »Die Hülle kommt vor dem Kern lautet mein Motto beim Sammeln. Als These ist dies rein chronologisch zu sehen und keine Hierarchisierung. Aber der erste Kontakt mit einem Kunstwerk geht gewöhnlich über den Sehnerv, der wiederum für die Aktivierung der Hirnzellen sorgt. Zusammenhänge lassen sich also sehr direkt über den künstlerischen Ausdruck der Werke erschließen. Weitere inhaltliche Aspekte können erschlossen werden, sind aber nicht instrumental für die Wahrnehmung der Komposition«, so Frank F. Drewes.

Seine Kunstsammlung nennt er »eine kleine private Sammlung, deren Schwerpunkte sich im Laufe der Jahre herausgebildet haben. Das für Sammler typische Vergleichen, Sortieren und Einordnen schärft den Blick oft erst retrospektiv, meine Sammlung ist nicht unter vorab gesetzten Kriterien zusammengetragen worden, sondern durch den intuitiven Zugang«.

drj art projects hat 2023 zum Berliner Gallery Weekend das Ausstellungsformat der Sammlungspräsentation begonnen. Als Programmgalerie für minimale und konzeptuelle Kunst eignet sich dieser international etablierte Termin gut dafür, diese spezifische Ausrichtung innerhalb der Berliner Kunstlandschaft zu unterstreichen. Mit der Ausstellung PROFIL. war insofern eine kuratierte Auswahl der Sammlung Schroth mit der Stiftung Konzeptuelle Kunst, Soest, zu sehen. Deren Ausrichtung entspricht der Programmarbeit von drj sehr weitgehend. Nach der Zusammenarbeit mit dieser großen, institutionell organisierten Sammlung, ist 2 + x_ die zweite Ausgabe der Reihe, in welcher gezielt eine Auswahl passender Werke aus einer Privatsammlung mit unterschiedlichen Sammlungsfeldern präsentiert wird.

___EN___

drj art projects will display the exhibition 2 + x_ on Gallery Weekend 2024 as the second edition of their curated collection presentation format, launched one year ago. This edition features a selection of works from the art collection of architect and author Frank F. Drewes. Starting with a focus on works by Karin Sander and Imi Knoebel [the » 2 « in the title], a line can be drawn through their connection with selected works by other artists from the collection [» + x_ « ], shown together and spatially linked in the spaces of the drj programme gallery.

Frank F. Drewes has been a passionate art collector since his student days. He has developed a particular focus on minimal and conceptual art in the wider sense, but his interests also include photography, object art and design. As an architect and professor of interior design, he has a particularly keen eye for materials and their use, as well as for the proportions and relationships of spatial elements to one another. In this respect, when composing works of art, he is always interested in their position and relation to the spaces they are placed within.

»Interior design is by definition the core of architecture« is his credo in this context. »The shell comes before the core is my motto when collecting. As a statement, this is purely chronological and not a hierarchy. The first contact with a work of art is usually made via the optic nerve, which in turn activates the brain cells. Connections therefore arise very directly through the artistic expression of the works. Other aspects of the content can be inferred, but are not instrumental to the perception of the composition,« says Frank F. Drewes.

He refers to his art collection as »a small private collection whose focal points have developed over the years. The comparison, sorting and categorization – that are typical for collectors – often merely sharpen the view retrospectively; my collection was not put together according to predetermined criteria, but through an intuitive approach.«

drj art projects started the exhibition format of collection presentation in 2023 for the Berlin Gallery Weekend. As a programme gallery for minimal and conceptual art, this internationally known event is very well suited to underlining this specific approach within the Berlin art landscape. In this respect, the exhibition PROFIL. was a curated selection of the Schroth Collection with the Stiftung Konzeptuelle Kunst, Soest. Its orientation corresponds very closely to the programme work of drj. Following the collaboration with this large, institutionally organized collection, 2 + x_ is the second edition of the series, presenting a selective choice of suitable works from a private collection with a variety of works from diverse artistic fields.

2 + x_
karin sander _ imi knoebel   

_ + _

_  ignasi aballí _  carl andre _ alain biltereyst _ franziska degendorfer _ edith dekyndt _  tom früchtl  _  joachim grommek _  margareta hesse _ bastian hoffmann _  david ireland  _  via lewandowsky _  sylvan lionni _ robert ryman  _ maik schierloh _ richard stipl _  sabine straub _  günther uecker _  veronika veit _  beat zoderer _  et al.

Works from the Frank F. Drewes collection

Opening on Thursday, April 25, 2024, 5 to 9 pm with an introduction at 7 pm

On Gallery Weekend, Friday, April 26 to Sunday, April 28, open from 12 to 6 pm

Subsequently through May 25, 2024 daily by appointment, and on Saturdays from 2 to 7 pm

Monika Brandmeier — Reim und Blei

Eröffnung Freitag, 9. Februar 2024, 17 bis 21 Uhr, mit einer Einführung um 19 Uhr.
Gespräch mit Monika Brandmeier am Donnerstag, 21. März 2024 um 18 Uhr.
Ausstellung endet am 13. April 2024


::: DE :::

Mit dem Titel Reim und Blei schlägt Monika Brandmeier einen spezifischen Blick auf die in der Ausstellung versammelten Arbeiten vor. Stücke aus den letzten zwei Jahren treten in Beziehung zu einigen frühen Werken und zeigen anschaulich, wie sich Motive – mal verhalten, mal ganz deutlich – durch die Werkentwicklung ziehen.

Haken spielen eine Rolle, die ihre Linien wie gekrümmte Finger oder offene Hände in den Raum halten. Leerraum und Schwere sind zentrale Motive. Und wie so oft in ihren Arbeiten ist das Befestigen, Klemmen und Halten keine nur technische Nebensache, sondern selbst Motiv.

Der Reim, hier verstanden als eine aus der Form gefolgerte Ähnlichkeit, ist Verstärkung, Vergewisserung, Erwiderung, und im Gegenüber auch manchmal die Spiegelung unserer Körpersymmetrie.

::: EN :::

Monika Brandmeier — Reim und Blei

Opening Friday, Februar 9, 2024, 5 – 9 pm, Introduction at 7 pm.

Talk with Monika Brandmeier Thursday, March 21, 2024 at 6 pm.
Doors open at 5 pm.

Exhibition ends April 13, 2024


With the title Reim und Blei [Rhyme and Lead], Monika Brandmeier invites us to take a specific look at the works in the exhibition. Pieces from the last two years relate to some early works and reveal in a clear way how motifs – sometimes restrained, sometimes very obvious – emerge throughout the development of her work.

Hooks play a role, stretching their lines into space like curved fingers or open hands. Empty space and weight are central motifs. And, as so frequently within her work, attaching, clamping and holding is not just a technical side issue, but a motif in itself.

The rhyme, conceived here as a similarity derived from the form, is reinforcement, reassurance, response, and sometimes also the mirroring of our physical symmetry in the counterpart.

Alain Biltereyst – AS IF IT WERE

Opening Friday, November 24, 2023, 5 to 9 pm
Introduction at 7 pm
Exhibition through January 27, 2024

>>>EN<<<

Belgian artist Alain Biltereyst [b. 1965] is known for his abstract works which reveal a persistent interest in the imagery of our urban environment. His paintings on small wooden panels are characterized by a close attention to layering with a particular emphasis on specific colours and shapes. The visual quality of his large formats and murals is equally impressive.

In the exhibition AS IF IT WERE, Biltereyst broadens the palette of his artistic enquiry. Over the years, during his ongoing search for visual content, he has collected thousands of images from everyday life. In his publications, he often confesses to a fascination with commercial images – typography, logos, advertising, commercial graphics and trivial design – and the way in which they jostle for our attention. At drj, Biltereyst is, for the first time, exhibiting a selection of these photographs as autonomous works. Biltereyst’s idiosyncratic, almost reverent, approach treats this source material as a precious find. The photographs hang in rows as in a filmstrip or panorama. They are in dialogue with his paintings and are shown as a series of A4 size units, each discreetly building upon the last. For the viewer, the relationship between observation, inspiration and transformation is thus revealed in the artist’s work.

We rarely consider the fact that the abstract art of the modernists has defined much of our visual world. Alain Biltereyst constantly draws attention to these references. What were once forms developed years ago are complemented by their use in pop culture. Biltereyst’s oeuvre shows a keen interest in the modern and how it has permeated our popular culture. He succeeds in referencing these historical abstractions of the past, while cataloguing his own world.

In addition, a work by Biltereyst will also be on display in the public space in an outdoor in-situ operation. The idea of communicating with passers-by on the street has already been seen, to great effect, in Esther Stocker’s inspired OUTBREAK. Alain Biltereyst’s contribution now offers an excellent opportunity to develop this concept further.


Alain Biltereyst – AS IF IT WERE
Painting, photography and a work in public space.

Opening Friday, November 24, 2023, 5 to 9 pm
Introduction at 7 pm
Exhibition through January 27, 2024

>>>DE<<<

Alain Biltereyst – AS IF IT WERE

Eröffnung Freitag, 24. November 2023, 17 – 21 Uhr
Einführung um 19 Uhr
Ausstellung bis 27. Januar 2024

Der belgische Künstler Alain Biltereyst [*1965] ist für abstrakte Werke bekannt, die sein spezifisches Interesse an der Bildsprache urbaner Lebenswelten zeigen. Seine Gemälde auf kleinformatigen Holzpaneelen zeichnen sich zudem durch eine sehr spezielle Art der Farbschichtung aus, wobei er besonderen Wert auf bestimmte Farben und Formen legt. Auch die visuelle Qualität seiner größeren Formate und Wandarbeiten ist bestechend.

In der Ausstellung AS IF IT WERE erweitert Biltereyst die Bandbreite seiner künstlerischen Auseinandersetzung. Im Laufe der Jahre hat er im Zuge seiner fortwährenden Erkundung visueller Inhalte Tausende Abbildungen des alltäglichen Lebens gesammelt. Auch zeugen seine Veröffentlichungen von einer großen Wertschätzung für Bilder aus der Welt der Werbung – Typografien, Logos, Anzeigen, Gebrauchsgrafiken sowie dem Alltagsdesign insgesamt – und von der Art und Weise, wie diese um unsere Aufmerksamkeit ringen. Bei drj stellt Biltereyst nun zum ersten Mal eine Auswahl von Fotografien dazu als eigenständige Werke aus. Biltereysts unverwechselbare, fast andächtige Herangehensweise an das Sujet behandelt das Ausgangsmaterial wie einen kostbaren Fund. Die Fotos werden wie in einem Filmstreifen oder Panorama aneinanderfügt. Als Reihe aus einzelnen A4-Formaten, von denen eines subtil auf dem anderen aufbaut, treten sie in einen Dialog mit seinen Gemälden. Für den Betrachter wird so die Wechselbeziehung zwischen Beobachtung, Inspiration und Transformation im Werk des Künstlers deutlich.

Nur selten wird die Tatsache reflektiert, dass die abstrakte Kunst der Moderne einen Großteil unserer visuellen Welt definiert. Alain Biltereyst verweist immer wieder auf diesen Zusammenhang. Zu dieser Zeit entwickelte Formen sind durch ihre Verwendung in der Popularkultur heute immer noch stark präsent. Biltereysts Werk ist insgesamt geprägt von einem großen Interesse an der Moderne und ihrer Durchdringung mit unserer heutigen Lebenswelt. Es gelingt ihm dabei, auf historische Abstraktionen aus der Vergangenheit zu verweisen und gleichzeitig seine ihm eigene Lebenswelt zu erfassen.

Bei drj wird zudem ein Werk von Biltereyst im öffentlichen Raum zu sehen sein, in Form einer Außeninstallation. Die Idee, so mit den Menschen auf der Straße in direkten Kontakt zu kommen, wurde bereits in Esther Stockers Werk OUTBREAK und mit großer Resonanz umgesetzt. Der Beitrag von Alain Biltereyst bietet nun eine wunderbare Gelegenheit, diese Idee weiterzuentwickeln.




Alain Biltereyst – AS IF IT WERE
Malerei, Fotografie und eine Arbeit im öffentlichen Raum.

Eröffnung Freitag, 24. November 2023, 17 – 21 Uhr
Einführung um 19 Uhr
Ausstellung bis 27. Januar 2024



protocol


A drj thematic exhibition on artistic notations of time.


Opening Friday, September 15, 2023, 5 – 9 pm. Commented introduction at 7 pm.
Special hours September 16 and 17.
Exhibition through October 30, extended through November 10, 2023.
Regular open hours Saturdays, 2 – 7 pm.


Click here to open the artists‘ comments page.

::::: EN :::::

Conceptual work in art can have its initial impulse in the close observation of processes, repetitive procedures and recurring events. Their notation can provide the basis for transfers into artistic forms, visually as well as in terms of content. The possibility of comprehending their point of origin or their data basis is not necessarily immediate, rather they can be coded, ciphered, hidden, or transformed through a variety of other self-defined parameters. Thus, this type of work contains several levels of engagement and carries multidimensional content.

Initial access on the part of the viewer will be visual, sensual, or intuitive, however. Through intensive study of the works‘ backgrounds, knowledge of the rules that define them, and with the help of insightful commentary, they also become intellectually comprehensible. The artistic range is enormous, as are the subjects that determine their character. This is an essential field of interest for the programme work of drj art projects.

The exhibition protocol is particularly concerned with works of art that are based on notations of time-based phenomena, from which the artists start and transfer them into their works. They are mainly chronological or, more generally, related to processes or time frames.

:::  Daniela Comani [IT]  :::  Denise Winter [DE] :::  Jill Baroff [US] :::  Lucía Simón Medina [ES] :::  Mandy Cano Villalobos [US] :::  Sonya Schönberger [DE] :::  Gyula Sagi [HU] :::  Nils‑Simon Fischer [DE]  :::  Oliver Siebeck [DE] :::  Sunoj D [IN] :::  Willem Besselink [NL] ::: 

In dialogue with »One Year Performance 1980—1981 (Time Clock Piece)«
by Tehching Hsieh [TW/US]

Alongside the presentation and composition of the contributions by these invited and programme artists, the exhibition is in dialogue with the artist Tehching Hsieh [TW/US] and his work »One Year Performance 1980—1981 (Time Clock Piece)«, based on the personal contact between drj and the artist.

This work, that has been exhibited numerous times and at prominent venues worldwide, is currently on display for the first time in Germany at the Neue Nationalgalerie until September 24. It is the second of six long-term performances the artist completed between 1978 and 1999. The Time Clock Piece is thus the most consistent and, in some respects, most radical artwork on the relationship between art, time and life on a conceptual basis. It consists of 366 workers daily time cards that[AH1]  Hsieh stamped from April 11, 1980 to April 11, 1981, on the hour, around the clock. While doing so, he also took a film-still of himself, each time in the same position and clothing. So, for this one year, his entire day-and-night and overall life rhythm were subordinated to that moment on the hour and its documentation. From the resulting images, Tehching Hsieh has assembled a 16-mm-film that runs through the period of 366 days in about six minutes. As a reinforcement and physical evidence of the process, Hsieh begins his performance with an almost shaved head, only to end up with more than shoulder-length hair. 

With a fragment of the work, a photograph of the work’s presentation as Taiwan’s contribution to the 1997 Venice Biennale, and the respective image use permission in the form of a written document from the artist, Tehching Hsieh gets into a direct dialogue with protocol at drj art projects, elucidating the concept of the exhibition. The basic subject – the artistic notation of time – thereby experiences an enormous reinforcement in terms of content. 

For more in-depth information about his outstanding work, drj, together with Tehching Hsieh and the author of the standard work on his oeuvre, Prof. Adrian Heathfield, have compiled references and links on a special page. Through this selected and condensed compilation of accessible information, the great importance and unique position of the artist and his work become directly approachable, very clear and comprehensible.
Please click here to get there!


::::: DE :::::

protocol

Eine drj Themenausstellung zu künstlerischen Notationen der Zeit.


Eröffnung Freitag, 15. September 2023, 17 bis 21 Uhr. Kommentierte Einführung um 19 Uhr. Sonderöffnungszeiten am 16. und 17. September 2023.
Ausstellung bis 30. Oktober, verlängert bis10. November 2023.
Regelöffnungszeiten samstags von 14 bis 19 Uhr.

Hier klicken um zu den Kommentaren der Künstler:innen zu gelangen.

Konzeptuelles Arbeiten in der Kunst hat bisweilen seinen ersten Impuls im genauen Beobachten von Abläufen, repetitiven Vorgängen und wiederkehrenden Ereignissen. Deren Aufzeichnung kann die Grundlage für Übertragungen in künstlerische Formen bilden, visuell wie inhaltlich. Die Nachvollziehbarkeit der Ausgangspunkte oder der Datengrundlagen muss dabei nicht unmittelbar gegeben sein, sondern kann codiert, chiffriert, versteckt oder über andere selbstdefinierte Parameter transformiert werden. Solche Werke beinhalten mehrere Ebenen der Auseinandersetzung und tragen multidimensionale Inhalte in sich.

Der erste Zugang seitens der Betrachtenden wird jedoch optisch, sinnlich oder intuitiv sein. Durch intensive Beschäftigung mit den Hintergründen der Werke, der Kenntnis der für sie definierenden Regelwerke sowie mithilfe kundiger Kommentierung werden sie auch intellektuell verständlich. Die künstlerische Bandbreite ist dabei enorm, ebenso wie die ihren Charakter bestimmenden Themen. Hier liegt ein wesentliches Interessensfeld der Programmarbeit von drj art projects.

In der Ausstellung protocol geht es in besonderer Weise um Kunstwerke, die auf Notationen zeitbasierter Phänomene basieren, von denen die Künstler:innen ausgehen und in ihre Arbeiten übertragen. Sie sind meist chronologisch gefasst oder, allgemeiner, auf Abläufe oder Zeiträume bezogen.


:::  Daniela Comani [IT]  :::  Denise Winter [DE] :::  Jill Baroff [US] :::  Lucía Simón Medina [ES] :::  Mandy Cano Villalobos [US] :::  Sonya Schönberger [DE] :::  Gyula Sagi [HU] :::  Nils‑Simon Fischer [DE]  :::  Oliver Siebeck [DE] :::  Sunoj D [IN] :::  Willem Besselink [NL] ::: 

Im Dialog mit »One Year Performance 1980—1981 (Time Clock Piece)«
von Tehching Hsieh [TW/US]

Neben der Ausstellung und der Komposition der Beiträge dieser Eingeladenen und Künstlerinnen des drj Programms, steht die Ausstellung im Dialog mit Tehching Hsieh [TW/US] und seiner Arbeit »One Year Performance 1980—1981 (Time Clock Piece)«, der auf dem persönlichen Kontakt zwischen drj und dem Künstler beruht.

Diese Arbeit, die weltweit mehrfach und an prominenten Orten ausgestellt wurde, ist in der Neuen Nationalgalerie Berlin noch bis zum 24. September, und dabei erstmals in Deutschland zu sehen. Es ist die zweite von sechs Langzeitperformances, die der Künstler zwischen 1978 und 1999 realisiert hat. Das Time Clock Piece ist dabei das konsequenteste und in mancher Hinsicht wohl radikalste Kunstwerk zum Verhältnis von Kunst, Zeit und Leben auf konzeptioneller Basis. Es besteht aus 366 Stempelkarten, die Hsieh vom 11. April 1980 bis zum 11. April 1981 rund um die Uhr und immer zur vollen Stunde abstempelte. Dabei machte er auch ein Standbild von sich selbst, jedes Mal in der gleichen Position und Kleidung. In diesem einen Jahr waren somit sein gesamter Tag- und Nachtrhythmus und sein kompletter Lebensalltag diesem Moment zur vollen Stunde und seiner Dokumentation untergeordnet. Aus den so entstandenen Bildern hat Tehching Hsieh einen 16-mm-Film montiert, der den Zeitraum von 366 Tagen in etwa sechs Minuten ablaufen lässt. Zur Verdeutlichung und als physischer Nachweis des Prozesses beginnt Hsieh seine Performance mit einem fast kahl rasierten Kopf, um am Ende mit beinahe schulterlangem Haar zu enden.

Mit einem Fragment der Arbeit, einem Foto der Präsentation der Arbeit als Taiwans Beitrag zur Venedig-Biennale 2017 und der entsprechenden Bildverwendungserlaubnis in Form eines schriftlichen Dokuments des Künstlers, tritt Tehching Hsieh bei drj art projects in einen direkten Dialog mit protocol, der das Ausstellungskonzept verdeutlicht. Das Grundthema – die künstlerische Notation von Zeit – erfährt dadurch eine enorme inhaltliche Verstärkung.

Für vertiefende Informationen zu seinem herausragenden Werk hat drj gemeinsam mit Tehching Hsieh und dem Autor des Standardwerks zu seinem Oeuvre, Prof. Adrian Heathfield, auf einer speziellen Webpage Referenzen und Links zusammengestellt. Durch diese ausgewählte und komprimierte Zusammenstellung von verfügbaren Informationen werden die große Bedeutung und die einzigartige Stellung des Künstlers und seines Werkes unmittelbar greifbar, deutlich und nachvollziehbar.
Um die Seite aufzurufen, bitte hier klicken!


 

Esther Stocker — OUTBREAK

4. Juni bis 22. Juli 2023.
AUF VERABREDUNG weiter zu sehen bis 6. September 2023.

………DE……….

drj art projects zeigt mit OUTBREAK die vierte Einzelausstellung der Künstlerin Esther Stocker in ihrer Berliner Programmgalerie. Der thematische Fokus liegt dabei in der Komposition von Malerei und Form und dem Zusammenwirken von Innen- und Außenraum, sowie der Relation und dem Übergang zwischen beidem. 

Mehr + Englisch…

PROFIL.

……DE……

Ausgewählte Werke der SAMMLUNG SCHROTH bei drj art projects.
In Zusammenarbeit mit der Stiftung Konzeptuelle Kunst.

Eröffnung am Sonntag, 23. April 2023, 14 bis 18 Uhr
Ausstellungsrundgang mit den Kuratorinnen und dem Sammler um 15:30 Uhr

Sonderöffnungszeiten zum Gallery Weekend Berlin:
Freitag, 28. April -> 13 bis 17 Uhr
Samstag, 29. April -> 14 bis 18 Uhr
Sonntag, 30. April -> 15 bis 19 Uhr

Ab Montag, 1. Mai bis Samstag, 20. Mai -> Samstags, 14 bis 19 Uhr, sowie täglich auf Verabredung.

··· Julieta Aranda [MX] ···Jean–François Dubreuil [FR] ··· Spencer Finch [US] ··· Jill Baroff [US] ··· Frank Gerritz [DE] ··· James Howell [US] ··· Katja Kottmann [DE] ··· Alan Johnston [GB] ··· Yves Klein [FR] ··· Stefana McClure [GB] ··· Jo Kuhn [DE] ··· Mike Meiré [DE] ··· Vera Molnar [HU] ··· Charles Mudry [CH] ··· Anton Quiring [DE] ··· Aurélie Nemours [FR] ··· Winston Roeth [US] ··· Ulrich Rückriem [DE] ··· Fred Sandback [US] ··· Joan Witek [US] ··· Heiner Thiel [DE] ··· Ignacio Uriarte [ES]···

Ab dem 23. April 2023, und somit über das Berlin Gallery Weekend, wird drj art projects eine besondere Ausstellung präsentieren: In Kooperation mit der Stiftung Konzeptuelle Kunst, Soest, werden ausgewählte Werke der SAMMLUNG SCHROTH in der Berliner Programmgalerie zu sehen sein.

Mehr + ENGLISH…

less…
DOUGLAS ALLSOP · JULIUS STAHL


___EN___
less… is a conceptual and minimal exhibition of concisely set and meticulously selected works by drj artists Douglas Allsop [*1943 · GB] and Julius Stahl [*1978 · DE].

Opening Sunday, February 12, 2023 2 to 6 p.m.
Exhibition through April 1, 2023.
Open on Saturdays from 2 to 7 p.m. and daily by appointment.

Extended through Monday, April 10, 2023 by appointment.


Special feature
Sound Performance by ERIK K. SKODVIN [*1979 · NO]
Saturday, March 18, 2023 at 7 p.m.


Extended through Monday, April 10, 2023 by appointment.


Special feature
Sound Performance by ERIK K. SKODVIN [*1979 · NO]
Saturday, March 18, 2023 at 7 p.m.


The final 6:15 min
Excerpt from the sound performance by Erik K. Skodvin at drj art projects, March 18, 2023.

To Read more and for German Version click here…

Intermediate Programme.
Accrochage 2022.

___DE___
Eine Programmausstellung zum Jahreswechsel.
Zu sehen von Dezember 2022 bis Februar 2023.
Privat, auf Verabredung.

___EN___
A programme exhibition at the turn of the year.
On view from December 2022 through February 2023.
Private, by appointment.

Mit Werke von [in räumlicher Reihenfolge bei drj] • With works by [in drj space related order]

Esther Stocker [IT] • Alain Biltereyst [BE] • Hartmut Böhm [ DE] • Monika Brandmeier [DE] • Jan van Munster [NL] • Anette Haas [DE] • Yasuaki Kuroda [JP] • Susan York [US] • Michael Rouillard [US] • Denise Winter [DE] • Carlo Battisti [IT] • Carles Valverde [ES/CH] • Aiko Tezuka [JP] • Wolfgang Berndt [DE] • Nils-Simon Fischer [DE] • Justina Moncevičiūtė [LT] • Daniel Göttin [CH] • Siegfried Kreitner [DE] • Samantha Bittman [US] • Gilbert Hsiao [US] • Joseph Shetler [US] • Peter Weber [DE] • Douglas Allsop [GB] • Don Voisine [US] • José Heerkens [NL] Natalie Reusser [CH] • Sarah Smolders [BE] • Brigitte Schwacke [DE] • Julius Stahl [DE] • Daniela Comani [IT] • Jan Maarten Voskuil [NL] • Friederike von Rauch [DE] • H. Frank Taffelt [DE] • David Semper [DE] • Ray Malone [IE] • Willem Besselink [NL] • Matthew Hawtin [CA] • Cedric Christie [GB] • Anna Kubelík [CH] +  Oliver Schmid [CH] • Lucía Simón Medina [ES] • Fernanda Fragateiro [PT] • Oliver Siebeck [DE] • Hellmut Bruch [AT] • Matthew Deleget [US]

KREUZLINIEN
Jan van Munster · Willem Besselink

___DE__
Eröffnung Mittwoch, 14. September 2022, 18 – 21 Uhr
Verlängert bis Samstag, 12. November 2022

Öffnungszeiten
Freitag 15 bis 19 Uhr, Samstag 14 bis 18 Uhr, sowie täglich auf Verabredung



Die Verbindungen zwischen Jan van Munster, Willem Besselink und drj art projects sind vielfältig. So zählt Jan van Munster mit seinem über viele Jahrzehnte gewachsenen Œuvre zu den international renommiertesten Programmkünstlern von drj. In seinen bisherigen Duo-Ausstellungen und den zahlreichen Beteiligungen an wichtigen Themenpräsentationen hat seine Position das Profil der Programmgalerie entscheidend mit geschärft. Zudem ist er seit langer Zeit auch Förderer des künstlerischen Nachwuchses: Über viele Jahre hat seine IK Stiftung in der den Niederlanden Aufenthaltsstipendien an junge Künstlerinnen und Künstler vergeben, um ihnen eine Zeit unabhängigen inhaltlichen Arbeitens zu ermöglichen. Hier war auch Willem Besselink Stipendiat, der darüber hinaus über sein Studium in Berlin stets Verbindungen in die Stadt gepflegt hat. So war auch er bereits in thematischen drj-Projekten vertreten. Zudem gehört er auch zu den Gründungsmitgliedern der Künstler:innen-Vereinigung Frontviews, mit der wiederum drj art projects vor kurzem eine umfangreiche Kooperation zur Textilen Kunst erfolgreich durchgeführt hat.

In KREUZLINIEN verbinden die beiden niederländischen Künstler nun ihre Arbeiten miteinander und gemeinsam mit drj. Der Fokus liegt dem Titel entsprechend auf der linearen Form: Insbesondere van Munsters Werkgruppe der Brainwaves stellt sich darin dem Dialog mit Besselinks Reliefs und Objekten. Während erstere nach wie vor ihren Ursprung in der Gedankenenergie haben, die über Gehirnwellenmessungen grafisch festgehalten und in Licht-Arbeiten übertragen wird, sind für zweitere insbesondere von Mauerwerksverbände und deren Fugen inspirierten Überlagerungen prägend. Damit beziehen sie sich zusätzlich auf Architektur und Urbanismus, was beides aus dem Hintergrund der Programmgalerie wiederum nicht wegzudenken ist.

Nach einem Sommer ungeahnter Härten, einer aufgrund von Force Majeure zwangsweise verschobenen Ausstellung und auch nach wie vor angesichts einer gesellschaftlich unsicheren Zukunft, freuen wir uns in besonderem Maße auf diese Ausstellung. Deren Eröffnung am 14. September markiert so das Rentrée, den Wiedereinstieg von drj art projects in seinen Ausstellungsbetrieb und den Auftakt einer hoffentlich anregenden und die Wertschätzung konzeptueller und minimaler Kunst öffnenden Herbstsaison – trotz allem.


Mehr zu den Künstlern hier:
janvanmunster.nl  ·  willembesselink.nl


__EN__
Opening Wednesday, September 14, 2022, 6 – 9 p.m.
Extended through Saturday, November 12, 2022

Opening hours
Friday 3 to 7 pm, Saturday 2 to 6 pm, and daily by appointment

Read more…

78 105 / Isang Yun 1917–1995 / 2022
Ausstellung von Oliver Siebeck im Yun-Haus Berlin

Ausstellung verlängert bis 29. Januar 2023.

Geöffnet Sonntag, 16.10, 6.11. sowie 27.11.2022 [u.A.w.g.]
Zudem auf Vereinbarung per e-Mail an:
Internationale Isang Yun Gesellschaft info@yun-gesellschaft.de

Yun-Haus Berlin · Sakrower Kirchweg 47 · 14089 Berlin-Kladow

Eröffnung Sonntag, 25. September 2022, 17:30 Uhr
Zuvor um 16 Uhr Konzert
Daniel Seroussi [Klavier] spielt Werke von Isang Yun,
Henri Dutilleux, Eres Holz und Franz Schubert

Eine Kooperation von drj art projects und INTERNATIONALE ISANG YUN GESELLSCHAFT

Installation von Oliver Siebeck · Kuratiert von Christiane Bail · Produziert von Matthias Seidel



___DE [EN below]___


Oliver Siebeck : Isang Yun – sesshafte und nichtsesshafte Buchstaben vielleicht

Wenn Oliver Siebeck mit einer Arbeit beginnt, steht am Anfang eine Faszination. Für ein Ding – eine Skulptur beispielsweise – für eine Situation – das Geräusch eines Insekts beim Fliegen etwa – oder, sehr oft, für eine Person – wie Isang Yun. Dann legt sich Siebeck das Handwerkszeug zurecht, mit dem er diese Arbeit erzeugen wird. Papier von der und der Struktur in dem und dem Format. Farben, wenige, hier Schwarz und Gold. Und, zentral, das Instrument. Sein Kunsterzeugungsinstrument. Die alte schwere mechanische Schreibmaschine.

Das Material, aus dem die Arbeit systematisch hergestellt wird, wird dem Gegenstand selbst entnommen. Bei der vorliegenden Arbeit sind es die im westlichen Alphabet, in der gebräuchlichsten Umschrift für das koreanische Alphabet, auch in der westlichen Reihenfolge, Vorname zuerst, aufgeschriebenen Buchstaben. Die Zeichen, die den Namen des Komponisten bedeuten und verlauten, von dem die Faszination, und damit diese Arbeit, ausging: ISANGYUN. Großbuchstaben. Systematisch eine beibehaltene Stellung der Schlagmechanik seiner Schreibmaschine also. Ganz einfach. Und genauso einfach, mit verdichtetem systematischen Variationsrepertoire, werden die Blätter bezeichnet. Reihung und Rotation, Reihung und Umkehr, Reihung und Krebs. Einfache bis mehrfache Wiederholungen. Überschreibungen von Überschreibungen. Sesshafte und nichtsesshafte Buchstaben vielleicht. Manche liegen auf der Seite, manche stehen auf dem Kopf.

Es ist nicht notwendig, etwas über Isang Yun zu wissen, um von Siebecks Blättern fasziniert zu sein und in ihnen je eigene Bedeutungssterne aufblitzen zu lassen. Sogar akustische, der sichtbar gewordene Schreibmaschinensound auf dem Papier. Tak-Taktak-Tak. Die teilweise regelrechte Lesbarkeit der Blätter. Oder prozessuale, wie das genüsslich allmähliche Aufgehen des goldenen Verstehens- und Sehenshorizonts beim sich Verdichten der Zeichen aus allen Himmelsrichtungen.

Je nachdem, wie vertraut man mit der Arbeit und dem Leben des Isang Yun ist, ist es natürlich nicht verboten und vermutlich in diesem Sinnzusammenhang auch nicht zu vermeiden, wenn man Hinweise auf Isang Yuns Leben oder Werk in Siebecks Arbeit sieht. Der Autor dieser Zeilen weiß zum Beispiel, dass es Stücke von Isang Yun gibt, in deren ersten paar Takten schon das gesamte Klangmaterial, mit dem das Stück arbeiten wird, vorgestellt wird. Genauso ist es hier bei Siebeck. Wenn man das Material und die Systematik verstanden hat, weiß man ungefähr, wie es weitergehen wird. Erleben will man es dann natürlich trotzdem noch; – oder jetzt erst recht.

Die vorliegenden Blätter mit den sesshaften und nichtsesshaften Buchstaben sind nicht die erste Arbeit von Oliver Siebeck mit dem Gegenstand Isang Yun. 2018 entstand seine Isang Yun Biografie. Hierbei waren das Zeichenmaterial für Siebecks Schreibmaschine die Ziffern der Lebensdaten von Isang Yun – 17. 9. 1917 bis 3.11.1995 – die Siebeck, im bekannten Zeichenformat und der bekannten Fortsetzungsregel folgend, Tag für Tag hintereinander auf eine ca. 20 Meter lange Papierrolle geschlagen hat. Einmal, in einem 40 Zeichen breiten schwarzen Streifen vorwärts, und einmal in einem 40 Zeichen breiten roten Streifen rückwärts.

Diese beiden nebeneinander laufenden Lebensdatenbahnen in rot und in schwarz variieren leicht in Anschlag und Farbkraft, und sie bewegen sich aufeinander zu und voneinander weg. In einer sehr dramatischen, spannungsgeladenen Passage dieser Schriftrolle überschreiben sich die beiden Bahnen an ihren Rändern. Berühren sich. Schreiben sich ineinander ein. Eine Sehnsucht. Ein Verlangen, dem man Himmelrichtungen zuschreiben kann, an deren Vereinigung Isang Yun ein Leben lang arbeitete, und einer Trennung, die sein Schicksal war.

Thomas Goldstrasz, Chemnitz 5.9.2022

Kursiv: Satzmaterial von Oliver Siebeck aus der Korrespondenz zu den vorliegenden Blättern. Eine Dokumentation der Isang Yun Biografie (2018) findet sich unter www.siebeckprojekte.de

Read English version here…

Street Screening Programme

Von Februar bis März 2022 zeigt drj art projects ein erweitertes Street Screening: Neben dem 9:16 Monitor des Digitalen Schaufensters in der Leberstraße 60 wird der Ladenraum zur Filmbühne: Auf einer raumbreiten Leinwand werden dort Videoarbeiten von Künstler:innen des erweiterten drj Programms gezeigt. Diese können durch das Schaufenster von außen betrachtet werden.

Beteiligte Künstler:innen sind Monika Brandmeier, Christoph Brech, Jan van Munster und Lindsay Packer für die Breitwandfilme, sowie Wolfgang Berndt, Carles Valverde und Oliver Siebeck auf 9:16.

Premiere verschoben auf Freitag, 25. Februar 2022, 18 Uhr – aufgrund des Orkans Zeynep.

Der 9:16 Monitor läuft ab dann täglich von 18 -24 Uhr[1].
Die Breitwandfilme werden wöchentlich, immer freitags ab 18 Uhr, an diesen Daten gezeigt: 4. März, 11. März und 18. März 2022.
Derniere ist dann am 25. März 2022.

Diese Filme werden zu sehen sein:

Christoph BrechLa Sosta, 2010 0:08:00
Eternal Eclipse, 20150:05:45
Corona Mond, 20200:02:51
Monika Brandmeierschlafen.stehen, 20030:02:46
Löffel, 20020:10:21
Lindsay PackerObserver Effect, 20220:05:22
Self Similar, 20220:08:04
Charm Pours, 20220:06:08
Jan van MunsterCircles, 19720:02:54
Double Portrait, 19720:02:45
Movement Towards a Larger Order, 20160:02:36



Videostills der Beiträge zur drj Filmbühne

Die Gesamtlänge aller Videos beträgt ca. eine Stunde. Im Anschluss werden sie erneut gezeigt werden.
The overall length of the videos is about one hour. They will be re-shown at the end of the series.

Auf dem 9:16 Schirm sind die Beiträge täglich von 18 bis 24 Uhr zu sehen:

25. Februar – 5. März + 11. – 18. März 2022
Wolfgang Berndt ≈70m:2217
5. – 11. März + 18. – 25. März 2022
Lindsay Packer Figure Ground, 2022
Overkiller, 2022
Fly Over, 2022
2 Way Mirror, 2022
Pantomime, 2022
Picture Plane, 2022

Im Anschluss wird ein Wechselprogramm mit Werken von Oliver Siebeck und Carles Valverde bis zur Derniere gezeigt. Details folgen in Kürze.


[1] Angesichts des aus aktuellen Gründen noch dringlicher gebotenen energiesparenden Verhaltens ist dieser Schritt folgerichtig. Eine weiterhin auf 24/7 ausgelegte Präsentation ist unter diesem Aspekt unangebracht.

____EN____

From mid-February through March 2022, drj art projects will be staging an extended Street Screening: in addition to the 9:16 monitor on the outside window of Leberstrasse 60, the entry space will be transformed into a film stage: video works by artists from the extended drj programme will be shown there on a screen as wide as the room. These can be viewed through the store window from the outside.

Participating artists are Monika Brandmeier, Christoph Brech, Jan van Munster and Lindsay Packer for the widescreen films, as well as Wolfgang Berndt, Carles Valverde and Oliver Siebeck at 9:16.

Premiere delayed to February 25, 2022, 6 pm – due to the hurricane Zeynep.

The 9:16 monitor will run daily from then on, starting at 6 pm and ending at midnight. [1]
The widescreen films will be shown weekly, always on Fridays from 6 pm, on these dates:
March 4, March 11, March 18, 2022.
The final screening will be on March 25, 2022.



[1] In view of the current need for even more urgent energy-saving behaviour, this step is logical. A presentation that continues to be conceived as 24/7 is inappropriate from this point of view.

—t—e—x—t—i—l—e—
Artists and their works from the universe
of fabrics and inter-weaving techniques


— April 10 through May 21, 2022 drj · April 8 through May 7, 2022 HAUNT —


drj art projects
Leberstrasse 60 · D-10829 Berlin
OPENING HOURS at present:
Daily by appointment and Friday 3 to 7 pm, Saturday 2 to 6 pm

___EN___ [Deutsche Fassung unten]

drj art projects and Frontviews feature a cooperative exhibition on textile art of the 21st century.

As stated in the subtitle of the project, textile bares in itself a universe of its own – as within human existence, so within art. In order to find an authentic access on this complex, the exhibition focuses on the artists themselves. The basic assumption is this: Since the participating artists have actively committed themselves to working in this field of art, it is given that they are all aware of the meta-context and have positioned themselves personally in relation to it. Thus, by themselves and their works, the artists incorporate the whole project per se and obviously. In this manner – without trying an external approach – this exhibition setting relies in the trust of the artistic praxis by itself.

Inherent questions about the specifics and practice of the medium, as well as its relevance for the present and future of contemporary art, include these:
_ What kind of specific quality offer woven media, so that they are the choice of so many
artists today?
_ Do networking, mutually supportive structures require specific techniques and actors?
_ Are gender, consciousness of tradition or cultural background decisive artistic factors?
_ Does thinking in textiles and transferring it into works of art mean taking up a special
position with regard to society?

Based on spatial composition of the works and by the interaction of all the project’s elements, including people, artworks, organizers and venues, this exhibition creates a simultaneously individual and collective statement on the theme: a temporary fabric of material and social praxis. A publication will also reflect this. In addition to the images documenting the exhibitions, the focus will be again on the artists: The core of the book will consist of comments on their stance and the artworks.

Artists participating

Alke Reeh [*1960/70 · DE]
Stephan Ehrenhofer [*1964 · AT]
Esther Seidel [*1964 · DE/IT]
Bettina Allamoda [*1964 · US]
Robert Gschwantner [*1968 · AT]
Haleh Redjaian [*1971 · DE/IR]
Anja Schwörer [*1971 · DE]
J Stoner Blackwell [*1972 · US]
Aiko Tezuka [*1976 · JP]
Kathrin Köster [1981 · DE]
Alana Lake [1981 · GB]
Tristan Schulze [*1982 · DE]
Samantha Bittman [*1982 · US]
Nele-Marie Gräber [*1983 · CH]
Yasuaki Kuroda [*1986 · JP]
Natalie Reusser [*1988 · CH]
Justina Moncevičiūtė [*1988 · LT]